{"id":2535,"date":"2015-05-20T09:43:02","date_gmt":"2015-05-20T09:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/escape.univie.ac.at\/?p=2535"},"modified":"2015-05-20T09:43:02","modified_gmt":"2015-05-20T09:43:02","slug":"wider-eindeutige-geschlechtlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/?p=2535","title":{"rendered":"Wider eindeutige Geschlechtlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Strategien des Entkommens in Bezug auf Gender und Sexualit\u00e4t spielen in der Performancekunst eine entscheidende Rolle. Ob mit Verfahren des Camp oder Drag, der Maskerade oder Nacktheit, des Cross-Dressings oder Cross-Voicings (u.a.) \u2013 stets wird versucht, sich bestimmten herrschenden Konventionen, Normen, Bildern und Zw\u00e4ngen von Weiblichkeit und\/oder M\u00e4nnlichkeit sowie Sexualit\u00e4t zu entziehen<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-1' id='fnref-2535-1' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>1<\/a><\/sup>. Eine besondere Rolle, vor allem in queeren Performances, spielen dabei Inszenierungsweisen von Geschlechtlichkeit, die keine eindeutige geschlechtliche und\/oder sexuelle Position einnehmen, die sich sozusagen geschlechtlich veruneindeutigen. Damit wird den hegemonialen Normen von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualit\u00e4t sowie klischeehaften Bildern von M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit eine Widerst\u00e4ndigkeit entgegengebracht. Im Folgenden m\u00f6chte ich nun verschiedenen Formen des Entkommens von eindeutiger Geschlechtlichkeit in Gender und Queer Performances nachgehen. Um vier Strategien des Entkommens geht es mir dabei: Verkleiden, Verwandeln, Vermischen und Verzerren. Im Anschluss daran steht eine theoretische Reflexion der Spielr\u00e4ume von uneindeutigen geschlechtlichen Verk\u00f6rperungen im Mittelpunkt, wie sie durch die Performances nahegelegt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Verkleiden<\/h3>\n<p>Eine wesentliche und wohl auch die bekannteste Strategie, um einer eindeutigen Geschlechtsidentit\u00e4t zu entkommen, stellt die (Ver-)Kleidung dar. Dies kann im Sinne des Cross-Dressings die anders- oder gegengeschlechtliche Inszenierung hei\u00dfen, oder auch im Sinne eines Double Drag oder Bio Queening die \u00fcbertriebene Inszenierung von beispielsweise Weiblichkeit durch biologisch als weiblich bestimmte Performer_innen. Im Wort des &#8218;Verkleidens&#8216;, gerade im Alltagsgebrauch, schwingen Aspekte der T\u00e4uschung, des Scheins oder des Spiels gegen\u00fcber dem Eigentlichen, dem Sein oder dem Realen mit und mithin die Dichotomie zwischen Innen und Au\u00dfen, Echt und Unecht, Realit\u00e4t und Fiktion etc. Performances des Verkleidens im eigenen oder anderen Geschlecht spielen mit Prozessen des Ver- und Enth\u00fcllens \u2013 und k\u00f6nnen diese gerade ad absurdum f\u00fchren. Denn, entgegen der Auffassung des Verbergens der wahren Geschlechtlichkeit durch die Verkleidung, die durch Prozesse des Entbergens ans Tageslicht bef\u00f6rdert werden k\u00f6nnte, vermag sich bei bestimmten Geschlechterinszenierungen hinter jeder Verkleidung nur wieder eine weitere Verkleidung zeigen etc. Verkleidung, ganz im Sinne des Maskerade-Begriffs, wie er in den Gender Studies seit den 1990er Jahren entwickelt wurde<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-2' id='fnref-2535-2' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>2<\/a><\/sup>, kann also die Dichotomien von echt\/unecht, wahr\/falsch, real\/fiktional, ernsthaft\/spielerisch ins Schwanken bringen, wenn sich der Prozess der geschlechtlichen Verkleidung als infiniter herausstellt. Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit werden so als Maskeraden deutlich, sie sind nichts anderes als Formen der (Ver-)Kleidung bzw. \u2013 allgemeiner ausgedr\u00fcckt \u2013 als Formen der Inszenierung.<\/p>\n<p>Die New Yorker K\u00fcnstlerin Narcissister ist daf\u00fcr ein gutes Beispiel: In ihrer Performance, die ich beim &#8222;CAMP\/Anti-CAMP&#8220;-Festival im Hebbel am Ufer in Berlin (April 2012) erleben konnte, tritt Narcissister vollst\u00e4ndig maskiert auf. Um den K\u00f6rper einen langen Umhang mit Kapuze, auf dem Gesicht eine als weiblich markierte Maske mit langen, dunklen Haaren, Z\u00f6pfen, Lippenstift und hohen Wangenknochen. Die Performance besteht im Wesentlichen aus Entkleidungen und Drehungen, wobei mit jeder abgelegten Schicht Kleidung und mit jeder Wendung des K\u00f6rpers (vorn, hinten, oben, unten) nur wieder eine weitere Maske zum Vorschein kommt. So sehen die Zuschauer_innen beispielsweise bei der R\u00fcckansicht von Narcissister nicht den vermeintlich &#8218;echten&#8216; Hinterkopf und mithin ein m\u00f6gliches Indiz auf die &#8218;wahre&#8216; (Geschlechts-)Identit\u00e4t, sondern wiederum die gleiche Frauenmaske wie auf dem Gesicht, so dass sich Vorder- und R\u00fcckansicht zum Verwechseln \u00e4hnlich werden. Aber Narcissister bringt nicht nur die Ordnung von Vorn und Hinten ins Wanken, sondern auch von Oben und Unten: Irgendwann n\u00e4mlich macht Narcissister einen Handstand und auch zwischen den Beinen (ebenso wie am Hinterteil) taucht die Frauenmaske auf, die Beine werden zu Armen, Arme zu Beinen, so dass oben und unten ebenfalls austauschbar erscheinen. Narcissister legt fortw\u00e4hrend Schicht f\u00fcr Schicht der Kleidung bis auf den BH ab, den sie ebenfalls an Brust und R\u00fccken tr\u00e4gt, die Masken beh\u00e4lt sie allerdings an, mit dem Resultat, dass man den Eindruck hat, hinter jeder Maske ist nur eine weitere Maske und eine weitere usw.<\/p>\n<p>Die Performance von Narcissister erinnert so gesehen stark an Joan Rivi\u00e8res Konzept der &#8222;Weiblichkeit als Maskerade&#8220; (1929). Rivi\u00e8re, eine franz\u00f6sische Psychoanalytikerin, kommt innerhalb eines Falls einer Patientin zu der Erkenntnis, dass &#8222;Weiblichkeit [\u2026] daher etwas [war], das sie [die Patientin, Anm.] vort\u00e4uschen und wie eine Maske tragen konnte, sowohl um den Besitz von M\u00e4nnlichkeit zu verbergen, als auch um der Vergeltung zu entgehen, die sie nach der Entdeckung erwartete [&#8230;]. Der Leser mag sich nun fragen, wie ich Weiblichkeit definiere und wo ich die Grenze zwischen echter Weiblichkeit und der &#8218;Maskerade&#8216; ziehe. Ich behaupte gar nicht, da\u00df es diesen Unterschied gibt; ob nat\u00fcrlich oder aufgesetzt, eigentlich handelt es sich um ein und dasselbe.&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-3' id='fnref-2535-3' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>3<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Narcissister betont also mit dem Verkleiden die Inszeniertheit von (weiblicher) Geschlechtlichkeit und verwirrt nicht nur das traditionelle Konzept von Innen und Au\u00dfen, sondern auch von Vorn und Hinten, Oben und Unten, was der gesamten Performance zus\u00e4tzlich groteske Z\u00fcge verleiht. Denn ein wesentliches Merkmal des Grotesken sind Umkehrungen und Verdrehungen und die damit verbundene \u00dcberschreitung hegemonialer Ordnungen. Dar\u00fcber hinaus \u00fcberschreitet Narcissister mit dieser Performance auch die Grenzen zwischen Kunst und Nicht-Kunst, zwischen E- und U-Kultur. Genau mit diesem Teil der Performance tritt sie n\u00e4mlich in der sechsten Staffel der amerikanischen TV-Show &#8222;America&#8217;s Got Talent&#8220;(2011) auf<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-4' id='fnref-2535-4' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>4<\/a><\/sup>.<\/p>\n<p>Dabei beinhaltet Narcissisters Verkleidungs-Performance auch eine Maskerade \u00fcber die eigentliche Show\/Performance hinaus. Als sie vor der Jury steht, nimmt sie die Maske(n) nicht ab und f\u00fchrt das Masken-Spiel eher noch fort, auch dadurch, dass sie sich umdreht und quasi in R\u00fcckenansicht vor der Jury agiert. Diese Aktion kann nun unterschiedlich interpretiert und gewertet werden: als eine Fortf\u00fchrung der Show beispielsweise und damit einen nachdr\u00fccklichen Verweis darauf, dass hier bei &#8222;America&#8217;s Got Talent&#8220; eben alles Show\/Spiel\/Fake ist. Ebenso kann diese Szene als ein brisanter Akt des \u00dcbergangs zwischen Spiel und Realit\u00e4t gedeutet werden. Narcissister beharrt auf der Position, nichts anderes als Maskerade, als Inszenierung zu sein, auch \u00fcber die k\u00fcnstlerisch-theatrale Aktion und die theatrale Konvention des Als-Ob hinaus. Der spielerische Akt des fortw\u00e4hrenden Ver- und Entkleidens und die damit ausgestellte Konstruiertheit von Weiblichkeit werden in dieser kurzen Szene als eine politische Aktion denkbar, die ebenso f\u00fcr Verwunderung wie f\u00fcr Irritationen sorgt. Ja, man k\u00f6nnte sogar so weit gehen zu behaupten, dass diese Aktion &#8217;nach&#8216; der k\u00fcnstlerischen Performance \u00fcberhaupt erst einen subversiven Akt darstellt. Denn erst mit der Verweigerung der De-Maskierung bzw. dem Beharren auf Maskierung au\u00dferhalb des Show-Acts wird der K\u00f6rper Narcissisters \u2013 um es mit Gerald Siegmund zu sagen \u2013 zu einem &#8222;vergifteten K\u00f6rper&#8220;, zu einem Bild von K\u00f6rper und Identit\u00e4t, der sich gegen seinen Konsum und seine Einverleibung wehrt<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-5' id='fnref-2535-5' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>5<\/a><\/sup><a id=\"top-5\" href=\"#bot-5\"><\/a>. Und dies paradoxerweise in einem Kontext, in dem der K\u00f6rper und (geschlechtliche) Identit\u00e4t scheinbar bereits Teil des Konsums und der Einverleibung sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Verwandeln<\/h3>\n<p>Eine weitere Strategie, sich einer eindeutigen geschlechtlichen Position zu entziehen, ist die Verwandlung von einem Geschlecht ins andere, ohne sich auf eine Geschlechtlichkeit festzulegen bzw. diese zu privilegieren. Auch hier geht es \u2013 wie beim Verkleiden \u2013 um Prozesse fortw\u00e4hrenden Ent- und Verh\u00fcllens, jedoch steht bei der Verwandlung, wie ich die Kategorie hier fassen m\u00f6chte, der explizite Transformationsprozess von einem Geschlecht ins andere, der geschlechtliche Zustandswechsel st\u00e4rker im Vordergrund.<\/p>\n<p>Bei den Performances der Berliner K\u00fcnstlerin Bridge Markland ist die Transformation von einem Geschlecht ins andere ein zentrales Thema. In einer Lecture Performance am Institut f\u00fcr Theaterwissenschaft der FU Berlin im Juli 2012 f\u00fchrt Markland ihre Show <em>The most beautiful woman in the world<\/em> bzw. <em>Die sch\u00f6nste Frau der Welt<\/em><sup class='footnote'><a href='#fn-2535-6' id='fnref-2535-6' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>6<\/a><\/sup><a id=\"top-6\" href=\"#bot-6\"><\/a> auf: Zun\u00e4chst ist Markland in einem goldenen Kleid und einer Langhaarper\u00fccke zu sehen \u2013 sie stellt also offensichtlich eine Frau dar. Eine koh\u00e4rente Darstellung von Weiblichkeit wird allerdings bereits gebrochen durch groteske K\u00f6rpergesten, wie etwa ein explizites Augenzwinkern, das Zeigen des Oberk\u00f6rpers und Herausstrecken der Brust u.a. Alsbald beginnt Markland sich auszuziehen und unter dem Kleid kommt ein nackter Oberk\u00f6rper mit schmalen Br\u00fcsten zum Vorschein, die Brustwarzen sind mit rotem Klebeband kreuzweise \u00fcberklebt. Alsbald zieht sie sich langsam und f\u00fcr alle deutlich sichtbar die Langhaarper\u00fccke vom Kopf und entbl\u00f6\u00dft einen kahlen Sch\u00e4del. Erscheint also zun\u00e4chst das Ablegen der Kleidung die weibliche Geschlechtsidentit\u00e4t zu best\u00e4tigen, so wird mit der Glatze \u2013 die in unserer Kultur nach wie vor eindeutig m\u00e4nnlich codiert ist \u2013 ein irritierendes Moment eingef\u00fchrt, das die vermeintlich eindeutige geschlechtliche Position der Weiblichkeit ins Wanken bringt. Nachdem Markland nun halb nackt auf der B\u00fchne steht, beginnt sie_er sich wieder anzuziehen, diesmal aber nicht das Kleid, sondern eine Anzughose, wei\u00dfes Hemd, Hosentr\u00e4ger, Schlips und Jackett, im Revers steckt ein Natur-Dildo. Markland verwandelt sich also zu einem Mann, was sie_er am Ende noch einmal pointiert herausstellt, insofern der Song <em>It&#8217;s a Man&#8217;s Man&#8217;s Man&#8217;s World<\/em> (1966; Interpret: James Brown) per Playback im \u00fcbertriebenen und parodistischen Gestus vorgetragen wird.<\/p>\n<p>Auf verschiedenen Ebenen von Weiblichkeit, M\u00e4nnlichkeit, weiblicher M\u00e4nnlichkeit und m\u00e4nnlicher Weiblichkeit schafft Markland also Zonen der Veruneindeutigung von Geschlechtlichkeit \u2013 dies erreicht sie gerade durch die Ausstellung des Prozesses der Verwandlung auf und neben der B\u00fchne, und nicht nur durch das Zeigen des Resultats als Drag Queen, Drag King oder Bio Queen. Markland macht in dieser Verwandlungsszene die Konstruiertheit weiblicher wie m\u00e4nnlicher Identit\u00e4t, die eben durch bestimmte Zeichen, Codes und Attribute hergestellt werden und nicht an einen bestimmten K\u00f6rper gebunden sind, offensichtlich und zeigt dabei explizit die Imitationsstruktur geschlechtlicher Identit\u00e4t auf. Zudem f\u00fchrt sie auch Auseinandersetzungen mit ganz konkreten Weiblichkeits- und M\u00e4nnlichkeitstypen und wertet sie in bestimmter Weise: die rothaarige Sexbombe, das androgyne Wesen und den Macho. Alle Typen von M\u00e4nnlichkeit, Weiblichkeit und Androgynit\u00e4t werden durch groteske Gesten und plakative Accessoires \u00fcbertrieben und zugespitzt dargestellt und damit als ganz bestimmte (Geschlechter-)Bilder ausgestellt und entlarvt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Vermischen<\/h3>\n<p>Eine weitere Strategie, eindeutigen geschlechtlichen Positionen zu entkommen, m\u00f6chte ich als &#8218;Vermischen&#8216; bezeichnen. Damit sind geschlechtliche Inszenierungsformen gemeint, bei denen gleichzeitig mit m\u00e4nnlichen und weiblichen Codierungen gespielt wird und so eine einheitliche Produktion und Wahrnehmung geschlechtlicher Verortungen unterminiert und verunsichert wird. In Bezug auf Bridge Markland etwa ist damit jener Moment gemeint, indem Markland die vermeintlich eindeutige Weiblichkeitsinszenierung durch die Glatze veruneindeutigt.<\/p>\n<p>Die Vermischung geschlechtlicher Zeichen und Codes in einem Akt sowie die damit verbundene Verwischung und Veruneindeutigung von Geschlechtergrenzen ist auch Thema des Drag- und Trans*-Performers Oc\u00e9an LeRoy. In seiner_ihrer Show &#8222;Femme like you&#8220; ist die eine K\u00f6rperh\u00e4lfte m\u00e4nnlich und die andere K\u00f6rperh\u00e4lfte weiblich bestimmt. So tr\u00e4gt der_die Performer_in auf der einen Seite Anzug und Bart, auf der anderen ein Abendkleid und Lippenstift. Auch akustisch wechselt LeRoy je nach Liedzeile zwischen m\u00e4nnlicher und weiblicher Stimme, ohne sich f\u00fcr eine zu entscheiden oder eine besonders zu pr\u00e4ferieren<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-7' id='fnref-2535-7' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>7<\/a><\/sup><a id=\"top-7\" href=\"#bot-7\"><\/a>. Das Zusammenspiel von M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit in einer Person sowie die Hervorbringung einer besonderen Identit\u00e4t, die sich jenseits dieser Gegen\u00fcberstellungen bewegt, sind vielmehr von Interesse.<\/p>\n<p>Besonders \u00fcberraschend und markant wird eine solche Veruneindeutigung zudem, wenn LeRoy nackt auf der B\u00fchne zu sehen ist und die vermeintlich eindeutige Geschlechtlichkeit dennoch gebrochen wird. Sei es durch das Zeigen der R\u00fcckansicht des K\u00f6rpers, die kein eindeutiges Indiz f\u00fcr M\u00e4nnlichkeit oder Weiblichkeit abgibt. Sei es dadurch, dass der scheinbar eindeutig weibliche K\u00f6rper, durch Br\u00fcste und Vagina markiert, mit Gesten, Blicken und Posen konterkariert wird, die dem Repertoire m\u00e4nnlicher Verk\u00f6rperungen und Verhaltensweisen entnommen sind. Besonders auff\u00e4llig und verst\u00f6rend wirkt eine solch vermischte Inszenierung von Nacktheit unter anderen deshalb, da dem biologischen K\u00f6rper in der westlichen Kultur der Status eines Wesenskerns zukommt, der die geschlechtliche Identit\u00e4t quasi nat\u00fcrlich und essentiell bestimmt. Dass auch dieser biologische K\u00f6rper und damit auch der biologische Geschlechtsk\u00f6rper (&#8218;ex&#8216;) performativ verfasst ist, seine Geschlechtlichkeit mithin erst Effekt verschiedener Verk\u00f6rperungstechniken ist, die sich in den K\u00f6rper einschreiben und so er- und gelebt werden, darauf macht LeRoys Performance nachdr\u00fccklich aufmerksam.<\/p>\n<p>LeRoy beharrt also mit verschiedenen Mitteln auf einer uneindeutigen Position zwischen den Geschlechtern \u2013 es ist nie genau auszumachen, ob Oc\u00e9an LeRoy nun &#8218;wirklich&#8216; eine Frau oder ein Mann &#8218;ist&#8216;. Die Zuschauer_innen werden vielmehr selbst auf die eigene Wahrnehmung und den Zuschreibungsprozess zur\u00fcckgeworfen, indem die Frage offen bleibt, welche geschlechtliche Position LeRoy einnimmt. Mithin verunsichert die mixed-drag-Performance von Oc\u00e9an LeRoy gerade den Wahrnehmungs- und Zuschreibungsprozess von Geschlecht selbst, entautomatisiert aber auch diesen Vorgang, l\u00e4sst zu Bewusstsein kommen, dass Geschlecht nicht nur eine Frage von Produktion und Inszenierung, sondern auch von Wahrnehmung und Zuschreibung ist.<\/p>\n<p>In der Wahrnehmung des Anderen wird immer auch die Geschlechtlichkeit des Anderen mitkonstituiert, ganz im Sinne von Paula-Irene Villas b\u00fcndiger Beschreibung: &#8222;Der sozial geformte Blick formt seinerseits die Welt, die gesehen wird \u2013 und das Wissen von\/\u00fcber die Welt formt den Blick.&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-8' id='fnref-2535-8' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>8<\/a><\/sup> Wie Villa weiterhin ausf\u00fchrt, in Rekurs auf Stefan Hirschhauers Untersuchungen der Konstruktion von Wahrnehmungsprozessen, unterliegt auch die geschlechtliche Wahrnehmung Zw\u00e4ngen, &#8222;Entscheidungs- und Fortschreibungszw\u00e4ngen, Entzifferungs- und Anerkennungszw\u00e4ngen&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-9' id='fnref-2535-9' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>9<\/a><\/sup><a id=\"top-9\" href=\"#bot-9\"><\/a>, die auch aus einer widerspr\u00fcchlichen geschlechtlichen Erscheinung ein &#8222;koh\u00e4rentes Ganzes&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-10' id='fnref-2535-10' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>10<\/a><\/sup><a id=\"top-10\" href=\"#bot-10\"><\/a> machen. Die Frage, die sich in dem Zusammenhang nachdr\u00fccklich stellt, ist also nicht nur, wie man von der Produktionsseite aus einer eindeutigen Geschlechtlichkeit entfliehen kann, sondern vor allem auch, wie man den Zw\u00e4ngen der Wahrnehmung, im Sehen, H\u00f6ren, Tasten, Riechen, Schmecken eine eindeutige Geschlechtlichkeit herzustellen, entkommen kann. (Und dar\u00fcber hinaus auch Zw\u00e4ngen der Sprache, Eindeutigkeit herzustellen, wo keine ist \u2013 eine Frage, die sich ja auch f\u00fcr diesen Beitrag stellt.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Verzerren<\/h3>\n<p>Habe ich mich bislang ausschlie\u00dflich mit visuellen Geschlechterinszenierungen auseinandergesetzt und damit auch vorwiegend visuelle Strategien der Veruneindeutigung geschlechtlicher Positionen herausgestellt, geht es mir bei der n\u00e4chsten Form des Entkommens explizit um akustisch-stimmliche Strategien, die ich mit dem Begriff des &#8218;Verzerrens&#8216; fassen m\u00f6chte. Bekanntlich stellt sich geschlechtliche Identit\u00e4t \u2013 und ebenso ihre Veruneindeutigung \u2013 nicht nur durch visuelle Komponenten der Kleidung, Gestik, Mimik, Schmuck, Schminke etc. her, sondern ebenso durch stimmliche und verbal-sprachliche.<\/p>\n<p>Mit stimmlicher Artikulation und Nicht-Artikulation, mit dem Schreien, Sprechen und Schweigen werden Weiblichkeit, M\u00e4nnlichkeit, Geschlechterdifferenz und damit verbundene Hierarchien und Machtverh\u00e4ltnisse stets mit-hervorgebracht. So werden in der westlichen Kultur m\u00e4nnliche und weibliche Sprechstimmen vor allem hinsichtlich der Tonh\u00f6he bzw. der Grundfrequenz unterschieden, aber auch anhand von Artikulation, Intensit\u00e4t oder Intonation werden m\u00e4nnliche bzw. weibliche Stimmen wahrgenommen, erkannt und differenziert. Die geschlechtlich besetzte Stimme stellt keine naturgegebene und mithin unver\u00e4nderliche Tatsache dar, sondern ist ein soziokulturelles Produkt, das aus einem Zusammenspiel von physischen und psychosozialen Elementen, sexuell-geschlechtlichen Sozialisationen nach gesellschaftlich etablierten Rollenbildern, Normen und Idealen sowie K\u00f6rpertechniken, vokalen Mustern und Technologien einer jeweiligen Zeit und Kultur resultiert<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-11' id='fnref-2535-11' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>11<\/a><\/sup><a id=\"top-11\" href=\"#bot-11\"><\/a>. Dies zu betonen, ist vor allem deshalb wichtig, da die soziokulturelle Konstitution und Formierung der Stimme und des H\u00f6rens weniger stark im kulturellen Bewusstsein verankert zu sein scheint als beispielsweise in Bezug auf Kleidung, Frisuren, Accessoires (u.a.), also in Bezug auf visuelle Erscheinungs- und Wahrnehmungsweisen. Dies gilt bis zu einem gewissen Grad ebenfalls f\u00fcr die Musik und die Gesangsstimme, auch wenn die Geschlechtsspezifik und Geschlechterdifferenz \u00fcber Gesangsregister st\u00e4rker konventionalisiert und st\u00e4rker im kulturellen Bewusstsein verankert ist.<\/p>\n<p>Eine K\u00fcnstlerin, die sich mit ihrer verzerrten Stimme einer eindeutigen geschlechtlichen Positionierung widersetzt, ist Planningtorock. Die Stimme ist mit Filtern so bearbeitet, dass sie sich jeglicher geschlechtlicher Zuschreibung entzieht und somit f\u00fcr Unruhe und Verwirrung auf Seiten der H\u00f6rer_innen sorgt<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-12' id='fnref-2535-12' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>12<\/a><\/sup><a id=\"top-12\" href=\"#bot-12\"><\/a>. Ein Kritiker beschreibt die Irritation, die von der Stimme Janine Rostrons alias Panningtorock ausgeht, wie folgt: &#8222;&#8218;Was ist das eigentlich, was man hier h\u00f6rt?&#8216;, &#8218;Wer ist das eigentlich, den man hier h\u00f6rt?&#8216; Nun, wen wir hier h\u00f6ren, das wissen wir ja gl\u00fccklicherweise \u2013 Janine Rostron. L\u00e4ge diese Information allerdings nicht vor, bliebe oft unklar, um was f\u00fcr ein Wesen es sich handelt. Denn die Stimme, die zu vernehmen ist, ist oft seltsam entr\u00fcckt und unnahbar. Sie kommt aus dem Hintergrund, ist mit viel Hall unterlegt, es ist weitestgehend einfach nicht m\u00f6glich, sie zu greifen. Manchmal klingt sie nach einer Frau, an anderer Stelle wieder nach einem Mann. Nicht selten hat man beim H\u00f6ren das Gef\u00fchl, jetzt m\u00fcsste eigentlich jeden Moment Antony Hegarty anfangen, im Duett mit Rostron zu singen.&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-13' id='fnref-2535-13' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>13<\/a><\/sup><a id=\"top-13\" href=\"#bot-13\"><\/a><\/p>\n<p>Es sei zumindest angemerkt, dass Planningtorock sich auch auf visueller Ebene einer eindeutigen geschlechtlichen Zuschreibung widersetzt \u2013 lange Haare, melancholischer Blick, kein zum L\u00e4cheln verzogener Mund und vor allem eine \u00fcberaus markante Nase entziehen sich einer eindeutigen geschlechtlichen Zuschreibung. So beschreibt es auch ein Kritiker des Berliner schwullesbischen Stadtmagazins <em>Siegess\u00e4ule<\/em>: &#8222;Ihre langen Haare schl\u00e4ngeln sich wild wie bei einem L\u00f6wen um Schultern und Nacken. Erhascht man dann einen Blick auf ihr Gesicht, zerbr\u00f6selt der erste, eher weibliche Eindruck ihrer Gestalt. Die Wangenknochen sind akzentuiert, die Augenpartie scharf und die Nase riesig, mit einem H\u00f6cker direkt unter den Augenbrauen \u2013 ihr mittels Theaterknete zur Gesichtsmodellage manipuliertes Gesicht entzieht sich jeder Kategorisierung von Alter und Geschlecht.&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-14' id='fnref-2535-14' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>14<\/a><\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Spielr\u00e4ume des Entkommens<\/h3>\n<p>Bislang habe ich mich darauf konzentriert, verschiedene Strategien des Entkommens von eindeutiger Geschlechtlichkeit zu beschreiben. Mit den Formen des Verkleidens, Verwandelns, Vermischens und Verzerrens, die sicherlich um weitere Formen erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnten, ging es vor allem um Strategien des Entzugs und des Unterlaufens. Es ging, wenn man so will, um negative Dimensionen des Bruchs mit hegemonialen Normen der Zweigeschlechtlichkeit sowie mit klischeehaften Bildern von M\u00e4nnlichkeit und\/oder Weiblichkeit. Allerdings gehen meines Erachtens die queeren Performances in dieser Beschreibung nicht auf. Es handelt sich dabei nicht nur um blo\u00dfe Absetzungs- bzw. Abgrenzungsbewegungen von vorherrschenden Geschlechternormen und -bildern, sondern mit spezifischen Geschlechterinszenierungen werden auch Spielr\u00e4ume er\u00f6ffnet und in diesem Sinne wird positiv aufgezeigt und vorstellbar gemacht, wie Geschlecht in anderer Weise inszeniert, gelebt und erfahren werden kann. Mit anderen Worten: Strategien des Entkommens umfassen hier nicht allein negative, sondern auch positive Dynamiken.<\/p>\n<p>St\u00e4rker noch als der Begriff der Subversion fragt der Begriff des Entkommens, des Eskapismus nach dem Wovon &#8218;und&#8216; Wohin. Diese beiden Bezugspunkte machen die Bewegung des Entkommens erst als solche markant, ohne damit immer schon greifbar und festgelegt zu haben, wovor und wohin man genau zu entkommen trachtet. Wie k\u00f6nnte dieses &#8218;Wohin&#8216; in Gender &amp; Queer Performances nun aussehen bzw. n\u00e4her gefasst werden?<\/p>\n<p>Einige der hier beschriebenen Performer_innen befinden sich in Bezug auf Geschlechtlichkeit nicht nur in einer abweisenden Bewegung, sondern eher in einer Zwischenposition. Zwischenposition meint hier aber weniger &#8218;zwischen den Geschlechtern&#8216;, meint nicht ein blo\u00dfes Verfahren des Sowohl-Als-Auch, welches die klassische Relation des Entweder-Oder einfach nur umkehrt. Vielmehr ist damit eine Position zwischen Annahme und Verweigerung gemeint, in den Worten von Uta Schirmer: &#8222;zwischen der Annahme einer verf\u00fcgbaren, intelligiblen Position und ihrer Verweigerung: &#8218;Ich bin es und bin es nicht&#8216;; &#8218;ich bin es, aber nicht so&#8216;; &#8218;vielleicht bin ich es, vielleicht aber auch nicht&#8216;. Mit Jos\u00e9 Esteban Mu\u00f1oz l\u00e4sst sich diese Haltung als <em>disidentification<\/em> fassen.&#8220; <em>Disidenification<\/em> meint nach Mu\u00f1oz das Durcharbeiten von Subjektpositionen, ohne diese vollst\u00e4ndig anzunehmen, noch sie v\u00f6llig zur\u00fcckzuweisen<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-15' id='fnref-2535-15' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>15<\/a><\/sup><a id=\"top-15\" href=\"#bot-15\"><\/a>. So fasst Schirmer zusammen: &#8222;<em>Disidentification<\/em> zielt damit auf die Dekonstruktion und Destabilisierung der in hegemonialen Ordnungen fixierten &#8218;Pl\u00e4tze&#8216;, auf deren Denaturalisierung und auf das Offenlegen ihres ideologischen Gehalts, bleibt dabei aber nicht stehen: In ein und derselben Bewegung werden zugleich alternative M\u00f6glichkeiten der Verortung, die aus einer hegemonialen Perspektive &#8218;undenkbar&#8216; erscheinen, hervorgebracht und als solche sichtbar gemacht.&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-16' id='fnref-2535-16' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>16<\/a><\/sup><a id=\"top-16\" href=\"#bot-16\"><\/a><\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund werden die Inszenierungen von Geschlechtlichkeit in den besprochenen Performances als eine doppelte Bewegung denkbar: die Verwerfung eindeutiger Positionierungen, die Dekonstruktionen fixierter Geschlechterpositionen und bestimmter M\u00e4nnlichkeits- oder Weiblichkeitsbilder auf der einen Seite \u2013 und auf der anderen Seite: zugleich die Er\u00f6ffnung von Spielr\u00e4umen, in denen andere geschlechtliche und sexuelle Verortungen gezeigt und erfahrbar werden. Man k\u00f6nnte sagen, dass beispielsweise Markland mit ihrer Show <em>Die sch\u00f6nste Frau der Welt<\/em> ein permanentes &#8218;Vielleicht&#8216; hervorhebt: &#8218;vielleicht bin ich ein Frau, vielleicht bin ich ein Mann, vielleicht auch beides, vielleicht auch nichts davon&#8216; \u2013 eine Position also, die aus einer hegemonialen Perspektive undenkbar erscheint. Zudem wird bei Markland die doppelte Bewegung von Annahme und Verweigerung sehr gut deutlich: Markland nimmt z.B. die Position eines Macho-Kerls an, verweigert oder entzieht sich aber zugleich der vollst\u00e4ndigen und einheitlichen Verk\u00f6rperung der Rolle, vor allem \u00fcber groteske Gesten und plakative Accessoires. Und nicht zuletzt betreffen diese Spielr\u00e4ume anderer geschlechtlich-sexueller Verortungen auch potentiell die Zuschauer_innen: Auch sie k\u00f6nnen im Kontext von Auff\u00fchrungen uneindeutiger Geschlechtlichkeit Positionen einnehmen, die im Rahmen verf\u00fcgbarer intelligibler Positionen als undenkbar und als unm\u00f6glich erscheinen, z.B. kann eine Lesbe einen Mann begehrenswert finden, k\u00f6nnen sich heterosexuelle Frauen von Frauen angezogen f\u00fchlen o.a.<\/p>\n<p>Der Punkt ist hier also, dass die positive Dimension der Strategien des Entkommens keine Produktivit\u00e4t im Sinne eines Ankommens meint, keine neue feste Geschlechterposition, die wiederum nutzbar, normgebend oder konsumierbar gemacht werden k\u00f6nnte, wie es zum Teil mit Ph\u00e4nomenen der Androgynit\u00e4t oder des Transgender geschieht. Diese positive Seite blitzt sozusagen als M\u00f6glichkeit auf ohne selbst zum Bild zu werden, sie ist nur im Verbund mit der negativen Seite zu denken, ihr Ausgangs- und Bezugspunkt ist jedoch die Abwesenheit. Oder mit Antke Engel gesprochen:<\/p>\n<p>&#8222;Die VerUneindeutigung ist eine strategische Intervention, die jeweils im Verh\u00e4ltnis zu einer spezifischen Norm oder Normalit\u00e4t funktioniert. Sie trachtet diese zu unterlaufen, ohne jedoch in Opposition zu treten oder ihrerseits eine erneute normative Schlie\u00dfung vorzunehmen. Vielmehr liegt die in die Zukunft gerichtete Bewegung der VerUneindeutigung gerade darin, eine Perspektive der Ver\u00e4nderung zu er\u00f6ffnen, ohne diese mit positiven Setzungen zu belegen \u2013 zum Beispiel bez\u00fcglich dessen, wie eine &#8218;ideale&#8216; oder &#8217;normale&#8216; Sexualit\u00e4t oder Geschlechtlichkeit auszusehen h\u00e4tte.&#8220;<sup class='footnote'><a href='#fn-2535-17' id='fnref-2535-17' onclick='return fdfootnote_show(2535)'>17<\/a><\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Literaturverzeichnis<\/h3>\n<p>Leslie C. Dunn\/Nancy A. Jones: <em>Embodied Voices. Representing female vocality in western culture<\/em>. Cambridge 1994.<\/p>\n<p>Antke Engel: &#8222;Entschiedene Interventionen in der Unentscheidbarkeit. Von queerer Identit\u00e4tskritik zur VerUneindeutigkeit als Methode&#8220;. In: <em>Dis\/Kontinuit\u00e4ten: Feministische Theorie<\/em>, Hg. v. Sabine Hark. Wiesbaden <sup>2<\/sup>2007, S. 285-304.<\/p>\n<p>Claudia Liebrand: &#8222;Maskerade&#8220;. In: <em>Metzler Lexikon Gender Studies\/Geschlechterforschung.<\/em> Hg. v. Renate Kroll. Stuttgart\/Weimar 2002, S. 255-256.<\/p>\n<p>Joan Rivi\u00e8re: &#8222;Weiblichkeit als Maskerade&#8220;. In: <em>Weiblichkeit als Maskerade<\/em>. Hg. v. Liliane Weissberg. Frankfurt\/Main 1994, S. 34-47<\/p>\n<p>Uta Schirmer: <em>Geschlecht anders gestalten. Drag Kinging, geschlechtliche Selbstverh\u00e4ltnisse und Wirklichkeiten<\/em>, Bielefeld 2010.<\/p>\n<p>Jenny Schr\u00f6dl: &#8222;Vokale Travestien. Zu stimmlichen Geschlechterinszenierungen auf der B\u00fchne&#8220;. In: <em>Mitsprache, Rederecht, Stimmgewalt. Genderkritische Strategien und Transformationen der Rhetorik<\/em>. Hg. v. Doerte Bischoff, Martina Wagner-Egelhaaf, Heidelberg 2006, S. 377-396.<\/p>\n<p>Jenny Schr\u00f6dl: &#8222;Gender Performances. Theaterwissenschaftliche Perspektiven und Problematiken&#8220;. In: <em>etum<\/em>, 1\/1, 2014, S. 33-52.<\/p>\n<p>Gerald Siegmund: <em>Abwesenheit. Eine performative \u00c4sthetik des Tanzes<\/em>. Bielefeld 2006.<\/p>\n<p>Paula-Irene Villa: <em>Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtsk\u00f6rper.<\/em> Opladen <sup>2<\/sup>2001.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Empfohlene Zitierweise<\/h3>\n<p>Jenny Schr\u00f6dl: &#8222;Wider eindeutige Geschlechtlichkeit. Formen und Spielr\u00e4ume des Entkommens in Gender &amp; Queer Performances&#8220; In: <em>escape. Strategien des Entkommens.<\/em> Onlinepublikation. Hg. von Nicole Kandioler\/Ulrich Meurer\/Vr\u00e4\u00e4th \u00d6hner\/Andrea Seier. http:\/\/escape.univie.ac.at\/wider-eindeutige-geschlechtlichkeit\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Endnoten<\/h3>\n<div class='footnotes' id='footnotes-2535'>\n<div class='footnotedivider'><\/div>\n<ol>\n<li id='fn-2535-1'> Vgl. zu einem \u00dcberblick verschiedener theatraler Strategien von Geschlechterinszenierungen sowie zum Aspekt der Subversion: Jenny Schr\u00f6dl: &#8222;Gender Performances. Theaterwissenschaftliche Perspektiven und Problematiken&#8220;. In: <em>etum<\/em>, 1\/1, 2014, S. 33-52. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-2'>\u00a0Vgl. Claudia Liebrand: &#8222;Maskerade&#8220;. In: <em>Metzler Lexikon Gender Studies\/Geschlechterforschung.<\/em> Hg. v. Renate Kroll. Stuttgart\/Weimar 2002, S. 255-256. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-3'> Joan Rivi\u00e8re: &#8222;Weiblichkeit als Maskerade&#8220;. In: <em>Weiblichkeit als Maskerade<\/em>. Hg. v. Liliane Weissberg. Frankfurt\/Main 1994, S. 34-47, hier S. 38-39. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-3'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-4'> Der Auftritt ist auf YouTube zu sehen: http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KSfFCNEteyk, (12.11.2014). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-4'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-5'> Vgl. Gerald Siegmund: <em>Abwesenheit. Eine performative \u00c4sthetik des Tanzes<\/em>. Bielefeld 2006, S. 37. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-5'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-6'> Eine Aufnahme der Show ist \u00fcber Bridge Marklands Webseite anzusehen: http:\/\/www.bridge-markland.de\/DEPROFIL\/schoenste_DE.htm, (11.11.2014). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-6'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-7'>\u00a0Vgl. eine Aufnahme der Show aus dem The Brattle Theatre in Cambridge, MA von 2008: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YiftAOkTpQQ, (11.11.2014). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-7'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-8'>\u00a0Paula-Irene Villa: <em>Sexy Bodies. <\/em><em>Eine soziologische Reise durch den Geschlechtsk\u00f6rper.<\/em> Opladen <sup>2<\/sup>2001, S. 85. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-8'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-9'>\u00a0Villa 2001, S. 86. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-9'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-10'>\u00a0Villa 2001, S. 88. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-10'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-11'>\u00a0Vgl. Leslie C. Dunn\/Nancy A. Jones: <em>Embodied Voices. Representing female vocality in western culture<\/em>. Cambridge 1994, S. 2-3; Vgl. zum Verh\u00e4ltnis von Geschlecht und Stimme, insbesondere im Theater und in der Performancekunst: Jenny Schr\u00f6dl: &#8222;Vokale Travestien. Zu stimmlichen Geschlechterinszenierungen auf der B\u00fchne&#8220;. In: <em>Mitsprache, Rederecht, Stimmgewalt. Genderkritische Strategien und Transformationen der Rhetorik<\/em>. Hg. v. Doerte Bischoff, Martina Wagner-Egelhaaf, Heidelberg 2006, S. 377-396. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-11'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-12'>\u00a0Ein Beispiel daf\u00fcr ist der Song und das Video <em>Doorway<\/em> (DFA Records 2011): http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0fAJ7nlD3_Y (11.11.2014). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-12'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-13'>\u00a0Marc Beham: &#8222;Neue Platten: Planningtorock \u2013 &#8218;W'&#8220; (19.05.2011). In: http:\/\/byte.fm\/magazin\/blog\/2011\/05\/19\/neue-platten-planningtorock-w\/ (18.04.2013). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-13'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-14'> &#8222;Bildgewaltig. Die queere Artpop-Sensation Planningtorock pr\u00e4sentiert den Siegess\u00e4ule Reader\u2019s Award auf der diesj\u00e4hrigen TEDDY-Gala&#8220;. In: <em>Siegess\u00e4ule,<\/em> Februar 2013, S. 27. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-14'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-15'> Uta Schirmer: <em>Geschlecht anders gestalten. Drag Kinging, geschlechtliche Selbstverh\u00e4ltnisse und Wirklichkeiten<\/em>, Bielefeld 2010, S. 161. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-15'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-16'>\u00a0Schirmer 2010, S. 162. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-16'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<li id='fn-2535-17'> Antke Engel: &#8222;Entschiedene Interventionen in der Unentscheidbarkeit. Von queerer Identit\u00e4tskritik zur VerUneindeutigkeit als Methode&#8220;. In: <em>Dis\/Kontinuit\u00e4ten: Feministische Theorie<\/em>, Hg. v. Sabine Hark. Wiesbaden <sup>2<\/sup>2007, S. 285- 304, hier S. 297. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2535-17'>&#8617;<\/a><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Jenny Schr\u00f6dl<\/strong><\/p>\n<p>Der Beitrag widmet sich verschiedenen Formen \u2013 und Spielr\u00e4umen \u2013 des Entkommens von eindeutiger Geschlechtlichkeit am Beispiel unterschiedlicher K\u00fcnstler_innen: Verkleiden (Narcissister), Verwandeln (Bridge Markland), Vermischen (Oc\u00e9an LeRoy) und Verzerren (Planningtorock).<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2677,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[6,8,18,19,28,29,34,38,41,46],"class_list":["post-2535","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-camp","tag-drag","tag-gender","tag-gesten","tag-komik","tag-korper","tag-maske","tag-performance","tag-queer","tag-stimmesound"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2535"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2535\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2677"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/escape.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}